„Nicht generell gegen Ausbau“

Veröffentlicht am 21.04.2007 in Presse

Fluglärm: SPD-Chef Ralf Oesswein fordert Zimmerner zu Einwendungen auf – Erwartung: Manche Kommunen werden stärker von der Verkehrszunahme am Himmel betroffen sein als andere

Diese Pressemitteilung ist erschienen im Darmstädter Echo.

GROSS-ZIMMERN. Der Himmel über dem Groß-Zimmerner Neubaugebiet „Roter Morgen“ ist blau und von etlichen weißen Streifen durchzogen – Kondensstreifen von Flugzeugen. Manchmal hört man sogar einen der dicken Brummer während des Gesprächs im Wohnzimmer von Ralf Oesswein. Der Zimmerner SPD-Vorsitzende hat sich zum Sachwalter der Bürger gemacht, die nach seinen Recherchen künftig noch viel mehr von himmlischem Lärm betroffen sein werden.
Es gebe einen Flugkorridor zwischen Dieburg und Groß-Zimmern, erläutert er. Bei einer ersten Offenlegung der Planungen für den Ausbau des Flughafens Frankfurt habe die „Fraport AG“ bis zu 656 000 Flugbewegungen angekündigt. Jetzt, im zweiten Offenlegungsverfahren, würden sogar 700 000 Flugbewegungen genannt.
Aufgrund einer neuen EU-Verordnung sei nicht zu erwarten, dass dieser Zuwachs gleichmäßig über den gesamten Himmel verteilt werde. Im Klartext: Über bisher wenig belasteten Gemeinden wie etwa Eppertshausen, Münster und Altheim bleibt es weiterhin ruhig. „Ich weiß von Fluglotsen, die sich in Kenntnis dieser Sachlage bereits dort angesiedelt haben“, versichert Oesswein. Um so mehr seien Gemeinden wie der Reinheimer Stadtteil Spachbrücken, aber auch Groß- und Klein-Zimmern vom Zuwachs betroffen.
„Bis 2020 werden wir hier Verhältnisse haben wie beispielsweise über Weiterstadt“, befürchtet der SPD-Vorsitzende. Ob solcher Aussichten sei es wichtig, dass sich nicht nur die Gemeinde in ihrer Gesamtheit, sondern auch jeder einzelne Bürger, insbesondere Immobilienbesitzer und Gewerbetreibende, an dem Offenlegungsverfahren durch Einwendungen beteiligen. Die Gemeinde habe bei der „Fraport“ die Einrichtung einer Lärmmessstelle beantragt, um „Beweise zu sichern“, wo die derzeitige Belastung liegt und wie sich künftige Zuwächse auswirken.“ Allerdings sieht es Oesswein skeptisch, dass man den Verursacher selbst mit solchen Messungen beauftragt.
Für Immobilienbesitzer bedeute der Lärmzuwachs voraussichtlich eine Wertminderung. Und Gewerbetreibende liefen Gefahr, bei späteren Nutzungsänderungen vor hohen bürokratischen Hürden zu stehen. Deshalb sei es wichtig, durch Einwendungen die eigene Rechtsposition zu sichern, um später etwaige Wertverluste gegenüber der „Fraport“ juristisch geltend machen zu können. Nicht-Äußerung werde nämlich gleichgesetzt mit Zustimmung zu den Ausbauplänen.
Genau darum, um die „Wahrung von Rechtspositionen“, gehe es der Groß-Zimmerner SPD, so Vorsitzender Oesswein. „Wir sind nämlich nicht grundsätzlich gegen einen Ausbau des Flughafens.“
hol
19.4.2007